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Kardamom

Wirkung, Anwendung, Geschmack | Wo kaufen?

In der Natur ist bekanntlich gegen jedes Leid ein Kraut gewachsen. Kardamom ist eine krautige Pflanze, die mehrere Leiden lindern kann. Sie wächst vorwiegend in Indien und Sri Lanka und wird bis zu zwei, drei Meter hoch. Ihre Heilwirkung steckt in den Samen, von derben Kapseln behütet. Mühsam werden diese von Hand geerntet, noch bevor sie völlig reifen. Sie werden, je nach Sorte, in der Sonne oder über offenem Feuer getrocknet und dann als kostbares Gewürz gehandelt. Botanisch gehört Kardamom zu den Ingwergewächsen, wobei zwischen Schwarzem und Grünem Kardamom unterschieden wird.

In diesem Artikel werden die gesundheitlichen Aspekte des Kardamom und seine Anwendung als Heilmittel hervorgehoben.

Wirkung & Anwendung

Gewürze haben neben ihren geschmacklichen Qualitäten häufig auch eine gesundheitsfördernde Wirkung. Idealerweise werden beide Vorzüge in gesund zubereiteten Gerichten vereint. Treten dennoch Beschwerden auf, kann ein pflanzlicher Extrakt helfen. Kardamom ist solch eine vielseitige Gewürzpflanze, denn seine Samenkapseln liefern ein wertvolles ätherisches Öl. In der ayurvedischen Lehre ist die Heilwirkung der Kardamomsamen unbestritten und in der westlichen Naturheilkunde gewinnt das heilsame Gewürz stetig an Anerkennung.

Dabei weist Kardamomöl ein breites Wirkspektrum auf, was seinen unterschiedlichen Bestandteilen zu verdanken ist. So enthält das Öl beispielsweise Borneol und Cineol, beide Stoffe gelten als schleimlösend und antibakteriell, sowie das durchblutungsfördernde Kampfer. Wobei die mögliche heilende Wirkung sicher durch das Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe gefördert wird.

Oft kommt Kardamom zur Anwendung, wenn die Verdauung Probleme bereitet. Das Gewürz regt Magen, Galle und Speicheldrüsen an, mehr Sekret zu bilden. Damit können auch schwerere Mahlzeiten besser verdaut werden und ein aufgeblähter Bauch oder unangenehmes Völlegefühl schwinden. Darüber hinaus regen die exotischen Kapseln den Appetit an. Bereits die Herrscher der Antike machten sich diese Wirkungen, insbesondere bei großen Festgelagen, zunutze. Sie taten reichlich Kardamom an die üppigen fetten und süßen Speisen, profitierten so von seinem Aroma und den verdauungsfördernden Kräften gleichzeitig.

Bei Erkrankungen der Atemwege wird dem Kardamom ebenfalls lindernde Wirkung zugesprochen, weshalb er auch bei Asthma angewendet wird. Dabei spielt das Cineol eine große Rolle, das auch im Eukalyptus enthalten ist. Es hilft den Schleim zu lösen, die Schleimhäute schwellen ab und die Nebenhöhlen werden wieder frei. Dann können die Betroffenen wieder durchatmen. Kardamom gilt zudem als harntreibendes Mittel. Zusammen mit genügend Flüssigkeit hilft er, Blase und Niere durchzuspülen und Harnwegsleiden vorzubeugen.

Weiterhin gilt Kardamom als krampflösend und stimmungsaufhellend, was sich während der Menstruation oder bei Beschwerden der Wechseljahre als hilfreich erweisen kann. In der ayurvedischen Medizin wird Kardamom als erwärmendes Mittel bezeichnet, das den Kreislauf anregt. Wer leicht fröstelt, oft kalte Füße oder Hände hat, sollte sich öfter mit einem Kardamomtee aufwärmen. Zudem gilt das ätherische Öl des Gewürzes als Wohltat bei gereizter Haut.

Außerdem empfehlen Kenner die Kapseln gegen Mundgeruch, etwa nach Knoblauchverzehr oder Alkoholgenuss. Die Ernährungslehre des Ayurveda basiert auf dem uralten Wissen der vedischen Kultur Indiens. Auch die Wirkung des Kardamoms ist in diesen Lehren überliefert. Laut diesen Kenntnissen verbessert regelmäßiger Verzehr von Kardamom auch die Leistung des Gedächtnisses.

 

Studien

Der Naturheilarzt und Ernährungswissenschaftler Dr. Uwe Siedentopp hat sich intensiv mit Kardamom und dessen Bedeutung in der Chinesischen Diätetik befasst. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind in seinem umfassenden Porträt dieser Pflanze zusammengefasst. Er hebt hervor, das die Bestandteile des ätherischen Kardamomöls ernährungsmedizinisch bedeutsam sind. Dabei stellt er Cineol, Terpineol, Myrcen und Limonen als Hauptbestandteile besonders heraus. Die Bedeutung des Kardamoms in der westlichen Phytotherapie fasst Siedentopp ebenfalls zusammen. So werden der Pflanze choleretische (Anregung der Gallensekretion), cholagoge (Entleerung der Galle aus der Gallenblase und den Gallenwege), karminative (Auflösung von Blähungen) sowie virustatische Wirkung zugeschrieben. Weiterhin nennt er dyspeptische Beschwerden und Verdauungsstörungen als anerkannte Indikationsgebiete, wobei als mittlere Tagesdosis 1,5 Gramm Fruchtdroge empfohlen wird.

Weiterhin wurde in Tierversuchen nachgewiesen, dass Kardamom eine krampflösende Wirkung hat. Auch Entzündungen klingen durch die Verwendung von Kardamomöl (sowohl äußerlich als auch innerlich) merklich ab.

Mit der Rolle des Kardamoms als „pflanzlicher Therapiehelfer“ beschäftigt sich ein Artikel der Klinikzeitung der Klinik am Steigerwald in Gerolzhofen. Dort werden Patienten nach fünf Säulen der TCM behandelt, wozu ja die Phytotherapie, also die chinesische Arzneitherapie, gehört. Kardamom zählt in dieser Therapie zu den Arzneien, die „pathologische Feuchtigkeit umwandeln“. Der betreffende Artikel stellt auch den Zusammenhang von Geschmack und Wirkung heraus. Zu dem gesamten Thema TCM wurde eine umfassende Studie veröffentlicht. Dabei wurde bei einem überwiegenden Teil der Studienteilnehmer eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität festgestellt.

 

Nebenwirkungen

Wie alle Lebensmittel oder Gewürze kann Kardamom allergische Reaktionen und auch Kontaktdermatitis auslösen. Sonstige Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Kardamom kaufen

Kardamom sollte am besten noch ganz und nicht gemahlen gekauft werden. Gemahlen verliert es wegen der großen Oberfläche und der Wechselwirkung mit der Umgebungsluft (analog wie bei gemahlenem Kaffee) recht schnell sein Aroma.

 

Darreichungsformen

In welcher Form Kardamomöl zur Anwendung kommt, richtet sich im wesentlichen nach der Art der Beschwerden. Es kann als Tee getrunken oder in Kapselform eingenommen werden. Für die äußere Anwendung stehen Salben, Balsam und Badezusätze zur Verfügung.

 

Grüner Kardamom

Scharfe Süße, mit einem Hauch Eukalyptus, so wird der Geschmack des Grünen Kardamoms beschrieben. Mit seinem feinen, pikanten Aroma empfiehlt er sich besonders für Süßspeisen, harmonisiert aber auch gut mit Salzigem. In der europäischen Bäckerei bereichert er vor allem weihnachtliche Gebäcksorten mit exotischer Note. Zusammen mit anderen fernöstlichen Gewürzen macht Grüner Kardamom Lebkuchen und Weihnachtsplätzchen einzigartig und leichter verdaulich. Zudem verleiht der süß schmeckende und angenehm duftende grüne Kardamom Likören sowie Heißgetränken eine besondere Note. Mit Grünem Kardamom werden Eiscreme und Desserts zu leckeren Spezialitäten.

 

Schwarzer Kardamom

Der schwarze Kardamom wächst vor allem im Himalaja heran. Er schmeckt herb und erdig, ein wenig nach Kampfer, dazu kommt ein rauchiges Bukett. Deshalb eignet er sich eher als gesunde Würze für die deftigeren Speisen wie Lammbraten und andere Fleischgerichte. Je länger das Gericht steht, desto intensiver wird der Geschmack, weshalb die Speisen oft schon am Vortag zubereitet werden. Sein rauchiger Duft entsteht, wenn die empfindlichen Samen getrocknet werden. Im Himalaja geschieht das gewöhnlich am offenen Feuer. Dann wird mittels nassem Brennholz viel Rauch erzeugt, der durch die dicht aufgeschichteten frischen Kapseln zieht. In der Antike soll der Schwarze Kardamom vor allem von Männern als Haaröl verwendet worden sein.

 

Kardamom gemahlen

Gemahlener Kardamom ist ein feines Pulver, das aus den Kapselfrüchten der Ingwer-ähnlichen Gewürzpflanze gewonnen wird. Wer es frisch mag, mahlt die säuberlich geschälten Samen nach Bedarf in einer haushaltsüblichen Mühle. Allerdings wird fertig gemahlener Kardamom inzwischen auch in aromasicheren Verpackungen verkauft. In Pulverform lässt sich Kardamom gut dosieren, was in der Küche aber auch im Anwendungsbereich Gesundheit vorteilhaft ist. So können Gewürzmischungen wie Curry perfekt abgestimmt werden. Zudem löst sich das Pulver in Suppen oder Tees leicht auf und lässt sich gut in Salben oder Tinkturenvermischen.

 

Kardamom Kapseln

Um das empfindliche Kardamomaroma zu schonen, werden die Samen möglichst lange in der Kapsel belassen. Erst kurz vor dem Verbrauch öffnet man die Kardamomkapsel, und setzt damit vier bis acht Samen frei. Üblicherweise werden die ölhaltigen Samen dann im Mörser zerkleinert, mit einem breiten Messer zerdrückt oder gemahlen. Bei vielen indischen Gerichten werden die Kapseln mitgekocht.

Einnahme & Dosierung

Für die Anwendung des Kardamoms in der Küche gibt es viele traditionelle Rezepte, darüber hinaus experimentieren Hobby- und Profiküche gern mit dem vielseitigen, gesunden Gewürz. Neben der Wirkung für die Gesundheit und seinen würzenden Eigenschaften macht sich Kardamom in vielerlei Hinsicht nützlich und beliebt. Gemahlen, zerstoßen oder in Kapseln werden die Samen dabei verwendet und mit anderen Lebens- oder Genussmitteln kombiniert.

 

Kardamom im Kaffee

Arabischer Kaffee bekommt seine unverwechselbare Note meist von einer Portion grünem Kardamom. Dabei wird nicht nur der Kaffeegeschmack verfeinert, das koffeinhaltige Getränk wird auch bekömmlicher. Bei der Zubereitung schwören die Einen auf gemahlenes Kardamompulver, andere kochen die vollständige Kapsel mit auf.

 

Kardamom im Tee

Kardamom ist ein fester Bestandteil des ayurvedischen Yogitees. Inder geben ihn in ihren Chai-Tee, wofür wahrscheinlich jede indische Familie ihr ganz geheimes Rezept hütet. Fertige Teemischungen sind im Handel erhältlich, mit ein wenig Fantasie und Kardamom kann jedoch jeder Kräutertee individuell ergänzt werden. Mit seiner Heilwirkung empfiehlt Kardamomsamen sich zudem als Zutat für verschiedenste Gesundheitstees.

 

Kardamom kauen

Nach ayurvedischer Lehre entfacht Kardamom das Verdauungsfeuer und sorgt für einen klaren Kopf. Zu diesem Zweck werden Kardamom-kapseln gekaut. So entfalten sich die ätherischen Öle und können die Durchblutung im Kopfbereich und die Speichelbildung anregen. Ganz nebenbei macht das Kardamomkauen noch einen frischen Atem.

 

Kardamom Samen

Die Araber schwören auf Kardamom als Aphrodisiakum, er soll die Libido steigern. Parfümhersteller nutzen seinen Duft und als Badezusatz bringt er entspannende Wellness-Momente. Zudem steht die exotische Pflanze auf der Zutatenliste des bekannten Melissengeistes. Wer abends schlecht einschläft, sollte einmal eine Tasse warme Milch mit Kardamom und Zimt trinken.

Fazit

Kardamom hat in der östlichen Welt eine Jahrtausende alte Tradition, vor rund 1200 Jahren lernten ihn auch die Europäer kennen und schätzen. Es ist ein Allrounder unter den Naturheilmitteln und ein schmackhaftes, exotisches Gewürz. Dabei bereichert er süße Köstlichkeiten genauso wie herzhafte Speisen sowie Getränke. Als vielseitiges Küchengewürz nützt Kardamom der Gesundheit bereits vorbeugend. Ist das Wohlbefinden einmal gestört bietet er seine gesunde Wirkung in unterschiedlicher Form an.

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Natur-Institut Autor

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Unser Autor R. S. ist Diplom Medienwirt (M.A.) und hat an der Universität Siegen studiert. Durch Zusatzqualifikationen zum Maschinenbautechniker und technischen Redakteur konnte er sich ein umfassendes Wissen rund um Maschinen, Anlagen und Sensoren aneignen. Sein Hauptberuf ist das Verfassen von Betriebsanleitungen, Arbeitsbeschreibungen, Produktdatenblätter und Informationsbroschüren. Die dort notwendigen Qualifikationen der genauen Recherche und der verständlichen Formulierung setzt er auch gewinnbringend bei seiner Autorentätigkeit ein. 
Die freiberufliche Autorentätigkeit übt er seit 2013 aus. Die genaue Recherche von Informationen, das Aufbereiten von Sachverhalten und die Formulierung zu gut lesbaren Texten ist ihm eine Leidenschaft. Zum Thema „Manuka Honig“ ist Herr S. über seine Freiberuflichkeit gestoßen und konnte bereits hunderte gut recherchierter und exzellent formulierter Texte zu diesem Thema abliefern. Glasklare, unmissverständliche Informationen, gewürzt mit interessanten Hintergrund-Informationen, pfiffigen Tipps und einer kleinen Prise Wortwitz sind das Rezept, welche die Texte von Herrn S. so erfolgreich machen. Wir arbeiten seit zwei Jahren mit Herrn S. zusammen und freuen uns nach wie vor jedes Mal auf´s Neue auf seine Beiträge. 

Quellenangabe

Delin Wu, Kai Larsen: Zingiberaceae.: Amomum subulatum Roxburgh, S. 355 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5.

Buroh, Nicolai, Gödert, Dorothee: Das große Buch der Kräuter & Gewürze. Gräfe und Unzer Verlag, 2008, S. 91.

Seidemann, Johannes: World Spice Plants: Economic Usage, Botany, Taxonomy. Springer Verlag, 2005, S. 12.

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