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Chia Pflanze

Die Chia Pflanze bzw. deren Saat korrekt anbauen

Das Kraftkorn, das den schnellen Nachrichtenläufern der Inkas Flügel verlieh, könnte auch heute für große Sprünge sorgen. Auch wenn die moderne Medienwelt noch schneller arbeitet als die leichtfüßigen Chaskis – Gesundheit und Wohlergehen sind Themen, die niemals an Aktualität verlieren werden.

Chia Pflanze

Chia wächst in Mexiko und wird heute in Guatemala, Bolivien und sogar in Australien angebaut. Sie gedeiht am besten in den Tropen oder Subtropen, hier auch in großer Höhe.

Chia-Pflanzen, die übrigens mit dem Salbei verwandt sind, werden bis zu zwei Metern hoch und blühen violett von Juli bis August. Verwendet werden die nur wenige Millimeter großen, glänzenden weißen oder braunen Schließfrüchte oder Samenkapseln. Über 4000 Jahre stellte die Chia Pflanze in Süd- und Mittelamerika eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel von Azteken, Mayas, Inkas und Co. dar. Chia füllte jedoch nicht nur den Magen, die Körner verliehen gleichzeitig enorme Ausdauer sowie geistige und körperliche Stärke. Als die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert das Azteken-Reich zerschlugen, ließen sie das kleine, schwarze Kraftspender-Korn nicht ohne Grund schnell in Vergessenheit geraten. Die Chia Pflanze verirrte sich im Zuge dieser Eroberungen nach Spanien und erhielt so den irreführenden Namen Salvia hispanica. Viele Jahre blieb die Saat für den Menschen selbst ohne Bedeutung, als Tierfutter schätzte man sie durchaus. Seit einigen Jahren feiert das Kraut mit den leuchtend blauen Blüten, das zur Gattung Salbei und zur Familie der Lippenblütler gehört, sein Comeback als nahezu perfektes Nahrungsergänzungsmittel. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit befasste sich seit 2009 mit der Verwendung des Korns und ebnete 2013 der Chia Pflanze als „neuartigem Lebensmittel“ endgültig den Weg in die EU.

Anbau der Saat und Pflege

Der kommerzielle Anbau der Chia Pflanze erfolgt heute in Süd- und Mittelamerika sowie in Australien. Mittels großer Aussaatmaschinen wird die Saat in Rillen ausgebracht, im November werden die Samenkapseln (Kalix) mittels Mähdrescher geerntet. Nach einer gründlichen Reinigung tritt das wertvolle Korn die Reise in die ganze Welt an.

Unter günstigen Bedingungen kann man die einjährigen Pflanzen aber auch in europäischen Breiten und sogar im heimischen Garten anbauen. Voraussetzung ist ein warmer, sonniger Standort und eine möglichst lange frostfreie Periode. Die Chia Pflanze bewältigt selbst karge, nährstoffarme Böden und übersteht längere Trockenzeiten gut, liebt aber auch regelmäßige Bewässerung, allerdings ohne Staunässe.

Im Frühjahr wird das Saatgut einzeln in Töpfe oder Blumenkästen gelegt und nur ganz knapp mit Erde bedeckt. Wenn die Pflänzchen ungefähr 5 cm hoch sind, kann man sie ins Freiland pflanzen, ab Mai geht die Saat auch im Freien gut auf. Insekten meiden die Chia Pflanze weitgehend, so dass man sie ohne Probleme pestizidfrei biologisch anbauen kann. Mit der Blüte ist Anfang bis Mitte September zu rechnen, für die Ausbildung der Samen brauchen die Pflanzen dann ungefähr 45 (frostfreie!) Tage. Nun ist die Zeit reif, die Blütenköpfe zu pflücken und die Samen vorsichtig auszuschütteln, die so viel Gutes für Körper und Geist enthalten.

 

Die gesunden Samen der Chia Pflanze

Das gewonnene Korn glänzt nicht nur durch einen überraschend hohen Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, es enthält diese beiden Bausteine auch in einem ganz besonders günstigen Verhältnis. Vor allem für die vegane Ernährung sind die im Chia-Öl enthaltenen α-Linolensäuren wichtiger Lieferant ungesättigter Fettsäuren. Darüber hinaus schlummern in der Chia Pflanze wichtige Mineralien, Spurenelemente und Vitamine. Die Samen sind gluten- und cholesterinfrei, ballaststoffreich, gut sättigend und gleichzeitig kalorienarm. Ganz gleich, ob man es sich als nahrhaften Frühstücksbrei schmecken lässt, ob man es dem Brot als Backzutat beimischt oder die frischen Sprossen bevorzugt, Chia macht eine gute Figur – nicht nur im übertragenen Sinn.

Wer schreibt hier

Herbert Havera

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

 A. J. O. Anderson und C. E. Dibble: An Ethnobiography of the Nahuatl. In: The Florentine Codex. 2. Rev. Blg. Edition, University of Utah Press, 2012, Buch 10; ISBN 978-1-60781-165-7 und 11; ISBN 978-1-60781-166-4.

Rocco Bochicchio, Tim D. Philips u. a.: Innovative Crop Productions for Healthy Food: The Case of Chia (Salvia hispanica L.). In: Antonella Vastola: The Sustainability of Agro-Food and Natural Resource Systems in the Mediterranean Basin. Springer, 2015, ISBN 978-3-319-16356-7, S. 29–45, doi:10.1007/978-3-319-16357-4_3

S. L. Kochhar: Economic Botany. Fifth Edition, Cambridge University Press, 2016, ISBN 978-1-107-11294-0, S. 137.

Vanesa Y. Ixtaina, Susana M. Nolasco, Mabel C. Tomás: Moisture-Dependent Physical Properties of Chia (Salvia hispanica L.) Seeds. In: Industrial Crops and Products. 28(3), 2008, S. 286-293, doi:10.1016/j.indcrop.2008.03.009.

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Guevara-Cruz M et al., A dietary pattern including nopal, chia seed, soy protein, and oat reduces serum triglycerides and glucose intolerance in patients with metabolic syndrome, The Journal of Nutrition, Januar 2012

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