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Baldrian

Wirkung, Anwendung, Nebenwirkungen | Wo kaufen?

Baldrian ist fast jedem bekannt und wird millionenfach in Deutschland verkauft. Die Heilpflanze steht für eine beruhigende und Schlaf fördernde Wirkung und die Mehrzahl der Deutschen schwört auf Baldrian Kapseln. 

Doch Baldrian kann durchaus noch mehr und wenn es der echte Baldrianist, kann er sogar bei einer Magenverstimmung ein gutes Mittel sein. Weiterhin kann die Heilpflanze auf eine Reizblase positiv wirken und auch bei Tinnitus ein wirksames Mittel sein.

Wirkung und Anwendung

In vielen verschiedenen Studien konnte die beruhigende Wirkung nachgewiesen werden. Hierbei wirkt der echte Baldrian vor allem bei:

  • Schlafstörungen und Angstträume
  • Nervosität und Stress
  • Reizbarkeit und Überarbeitung
  • Lampenfieber und Prüfungsangst
  • Magenverstimmungen oder nervösem Magen
  • Reizblase
  • Schwindel oder Erbrechen
  • Herzbeschwerden
  • Tinnitus
  • Entwöhnung von Beruhigungsmitteln
  • Konzentrationsschwäche

Hier sind besonders die ätherischen Öle im Baldrian hervorzuheben, weshalb die Pflanze eine solche Wirkung hat. Dabei ist der Hauptbestandteil Bornylacetat, der in Kombination von Valeranon, Valerenal und anderen Stoffen eine hervorragende Wirkung auf die menschlichen Nervenzellen hat.

Wie belegt ist, sind die Valepotriate, die im Baldrian enthalten sind, dafür verantwortlich, dass Krämpfe gelöstwerden können. Doch auch für den typischen Geruch der Pflanze ist dieser Inhaltsstoff verantwortlich.

Baldrian sorgt vor allem für Entspannung, innerliche Ruhe und Gelassenheit und wird in Deutschland millionenfach verkauft. Durch die krampflösende Wirkung ist er auch für die Muskeln ein hilfreiches Mittel. Durch die hervorragende Wirkung auf das Nervensystem wird es vor allem bei Stress, Hysterie, Reizbarkeit und Überanstrengung gerne empfohlen. Allerdings wirkt Baldrian, da es ein pflanzliches Mittel ist, verzögert, was heißt, dass es für akute Symptome ungeeignet ist.

Bereits im Mittelalter wurde Baldrian für die verschiedensten Krankheiten und Beschwerden verwendet. So wurde es beispielsweise bei Pest und ähnliche Seuchen eingesetzt. Doch auch zur Entspannung oder als Krampflöser war Baldrian bereits bekannt.

In der heutigen Zeit wird es vor allem bei Schlafstörungen eingesetzt und ist ein therapeutisches Mittel bei Asthma, Darmkoliken, Neuralgien und Rheuma. Zudem kann es auch bei Konzentrationsproblemen helfen und Angstgefühle mindern. Besonders Frauen mit Menstruationsbeschwerden schwören auf Baldrian, da hier, laut Erfahrungsbericht, sehr gute Erfolge erzielt werden konnten.

 

Schlafstörungen bekämpfen

Baldrian ist bei Schlafstörungen das Mittel Nummer 1 der Deutschen. Pflanzlich, nahezu nebenwirkungsfrei und sanft – was auch in vielen Studien belegt wurde. Es verkürzt nicht nur die Einschlafphase, sondern verlängert auch den Tiefschlaf ohne dabei das Schlafprofil zu beeinflussen. Dies heißt, dass man morgens entspannter und erholter erwacht und so der Tag gut starten kann. Hierbei sind vor allem die chemischen Verbindungen des Baldrians verantwortlich, die in dem Öl wie auch in der Wurzel enthalten sind. Bei leichten bis mittleren Schlafstörungen kann Baldrian bei einem erholsamen Schlaf helfen.

 

Beruhigungsmittel

Baldrian ist neben dem Haupteinsatz bei Schlafstörungen auch ein adäquates Mittel bei vorübergehender Nervosität. Stress in der Schule oder im Beruf, Prüfungsängste wie auch innere Unruhe können einem ganz schön zusetzen. Um gerade bei Prüfungsangst ruhiger zu werden, kann Baldrian durchaus helfen. Vor allem bei Prüfungen, die anstehen, und schon langfristig geplant sind, kann bereits Wochen vorher mit der Einnahmebegonnen werden. Denn Baldrian benötigt einige Zeit, um seine volle Wirkung zu entfalten, da es pflanzlich ist.

Der Vorteil von Baldrian ist außerdem, dass es zwar beruhigt, aber die Leistungsfähigkeit nicht einschränkt. Somit ist es gerade für Prüfungen ein idealer Helfer, da es die Konzentration noch steigert und auch die geistige Kondition verbessern kann.

 

Magen-Darm-Traktes behandeln

Was viele nicht wissen ist, dass Baldrian auch hervorragend bei Magen-Darm Beschwerden und Krämpfen lindern kann. Diese Wirkung erzielen die Valepotriate, die bei krampfartigen Schmerzen helfen können. Allerdings ist dies nur in dieser Kombination möglich, wie sie im Baldrian enthalten ist. Denn alleine könnten die Valepotriate nichts ausrichten und auch keine Krämpfe lindern.

Durch die Entspannung der glatten Muskeln im Magen-Darm Bereich wie auch in der Gebärmutter können so Krämpfe sehr gut gelindert werden. Daher wird Baldrian auch gerne bei Regelschmerzen, Wechseljahrbeschwerden wie auch bei Koliken, bei einer Reizblase oder bei einem Reizmagen eingesetzt. Zudem können die Baldrian Kapseln auch bei Blähungen, Kopfschmerzen oder Nervenkrankheiten ein wichtiger Helfer sein.

Studien 

Die zahlreichen Studien, die bereits zu Baldrian durchgeführt wurden, zeigen allesamt, dass die Inhaltsstoffevor allem auf die Nerven beruhigend wirken. Doch auch weitere Studien zu Schlafstörungen oder Magenbeschwerden wurden durchgeführt und es konnten positive Ergebnisse berichtet werden.

In dieser Studie aus dem Jahr 2011 konnte belegt werden, dass Baldrian den Schlaf bei Patienten, die sich einer Krebstherapie unterziehen mussten, deutlich verbessert werden konnte.

Aus einer vorigen Studie wird bekannt, dass die allgemeine Schlaflosigkeit ebenfalls mit Baldrian sehr gut behandelt werden kann.

In der Studie aus dem Jahr 2015, die für viele Patienten mit Bypass wichtig ist, konnte beispielsweise belegt werden, dass die kognitive Dysfunktion deutlich verbessert werden konnte, wenn Baldrian verabreicht wurde.

Viele weitere Studien zu Baldrian findet man auf baldrian.net.

Inhaltsstoffe

In Baldrian sind bereits über 100 Inhaltsstoffe nachgewiesen worden. Dabei sind die wichtigsten Monoterpenewie etwa Bomeol, Bomylacetat, Campher und Myrtenol. Doch auch Sesquiterpene wie Faurinon, Valerenol oder auch Acetoxyvalerensäure und Hydroxyvalerensäure konnten nachgewiesen werden. Zudem ist Chlorogensäure, Kaffeesäure und auch Hesperidinsäure in Baldrian zu finden.

Weiterhin enthält Baldrian bis zu 1 Prozent ätherisches Öl. Neu entdeckt wurde nun auch hydrophiles lingan Olivil, welches eine Schlaf fördernde Wirkung entfalten kann. Dabei wirkt es sedierend und schützt so das Gehirn vor einer Überlastung.

Baldrian ist allerdings auch vielen als Lockstoff für Katzen bekannt. Grund dafür ist das Alkaloid Actinidin, welches Katzen förmlich anzieht. Nicht selten haben früher die Kinder Baldrian unter den Fenstern unbeliebter Nachbarn verstreut und den armen Menschen eine schlaflose Nacht damit beschert, da die Katzen fürchterlich miauten und völlig hin und weg vom Baldrian waren.

 

Nebenwirkungen

Baldrian wirkt, da es eine Heilpflanze ist, nur dann, wenn es auch langfristig angewendet ist. Akute Beschwerden lassen sich mit Baldrian nicht bekämpfen. In Erfahrungsberichten ist zu lesen, dass Baldrian erst nach sechs Wochen wirken soll, was heißt, dass eine schnelle Hilfe von Baldrian Produkten nicht erwartet werden sollte.

Bisher wurden noch keine Langzeitstudien durchgeführt und somit ist eine Daueranwendung nicht empfehlenswert. Da auch pflanzliche Mittel nicht immer nebenwirkungsfrei sind, kann auch Baldrian Beschwerden verursachen, die allerdings bisher selten beobachtet wurden.

Bei der Einnahme von Baldrian kann es zu leichter Müdigkeit kommen, wenn die Dosis zu hoch war. Außerdem können Kopfschmerzen, Ausschläge und Juckreiz auftreten. Weiterhin ist es möglich, dass Schwindel oder Beschwerden im Magen-Darm Bereich auftreten können. Diese Beschwerden konnten bei der ersten Einnahme wie auch nach Absetzen der Baldrian Produkte beobachtet werden.

Zudem können auch Nebenwirkungen auftreten, wenn bei der Eigenkreation von Baldriantee nicht das genaue Rezept, sowie die richtige Dosierung, Wassertemperatur und Ziehzeit eingehalten werden.

Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter sollten auf die Einnahme von Baldrian verzichten, da hier noch keine Studien durchgeführt wurden.

Zudem muss Baldrian spätestens zwei Wochen vor der Narkotisierung, wenn eine OP ansteht, abgesetztwerden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Baldrian kaufen

Beim Kauf von Baldrian ist auf jeden Fall auf die Herkunft zu achten. Am sichersten ist es, wenn das Produkt in der EU hergestellt wurde, da es hier bestimmte Qualitätsmerkmale aufweisen muss. Zudem kann man auf Nummer sicher gehen, wenn das Produkt als Arzneimittel ausgewiesen ist und somit auch durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen wurde. Somit kann der Nutzer davon überzeugt sein, dass die Qualität stimmt und keine schädlichen Stoffe enthalten sind. Weiterhin ist zu beachten, dass Baldrian als Nahrungsergänzungsmittel wenigen Zulassungsvorschriften oder Qualitätsrichtlinien unterstellt ist. Dies heißt, dass man nie so genau weiß, was man wirklich bekommt.

Insbesondere ist natürlich beim Kauf von Baldrian darauf zu achten, dass das Produkt aus dem echten Baldrian hergestellt wurde. Durch die verschiedenen Baldrianarten, die es gibt, sind auch die Zusammensetzungen unterschiedlich. Dabei ist nur der kleine Baldrian ähnlich in der Wirkung wie der echte Baldrian.

Beim Kauf von Baldrian ist es daher am sinnvollsten das Präparat bei einem vertrauensvollen Händler im Netz oder in einer Apotheke oder Drogerie zu erwerben. Auf die Inhaltsstoffe wie auch die Packungsbeilage ist immer zu achten, da hier auch die Dosierungsempfehlung zu finden ist.

 

Herkunft

Es gibt zahlreiche verschiedene Baldrianarten, die jedoch nicht alle so wirken wie der echte Baldrian. Eine ähnliche Wirkung kann nur der kleine Baldrian (Valeriana diocia) aufweisen. Der botanische Name des echten Baldrians lautete Valeriana officinalis und die Pflanze zählt zu den Geißblattgewächsen. Er kann eine Wuchshöhe von 80 cm bis zu 2 Metern erreichen und hat in der Regel hellgrüne Blätter. Die Blüten sind weiß bis rosa und trichterförmig.

Der echte Baldrian kommt überall in Europa vor. Allerdings wird der arzneilich genutzte Baldrian vor allem in Deutschland, Holland, England oder Osteuropa angebaut. Von diesem werden Medikamente für das Herz und das zentrale Nervensystem hergestellt.

Baldrian gedeiht fast überall und kann an Waldrändern ebenso wie auch an Uferwiesen wachsen. Da der Baldrian zu den Feuchtbodenpflanzen gehört, kann er auch gut eine kurzweilige Überschwemmung vertragen.

Fazit

Baldrian ist nach wie vor die Nummer 1 der verkaufen Mittel bei Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen und das zurecht. Denn die Wirkstoffe in Kombination können sich positiv auf das Nervensystem auswirken und den Nutzer beruhigen und ihm zu einem erholsamen und gesunden Schlaf verhelfen. Doch auch bei Krämpfenwährend der Menstruation oder Magenkrämpfen hat sich Baldrian bewährt und ist als hilfreiches Mittel anzusehen.

Weiterhin wurden schon zahlreiche Studien durchgeführt, die alle belegen, wie wirksam Baldrian bei den oben genannten Beschwerden ist. Nicht nur deshalb wurde Baldrian auch als Arzneimittel.

Allerdings ist beim Umgang mit Baldrian die genaue Dosierung einzuhalten, sodass es nicht zu unerwünschten Nebenwirkungen kommt.

Wer schreibt hier

Herbert Havera

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

 Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 539–540.

 Heinrich Marzell: Unsere Heilpflanzen: Ihre Geschichte und ihre Stellung in der Volkskunde. 2. Aufl. (unter dem Titel Geschichte und Volkskunde der deutschen Heilpflanzen), Stuttgart 1938, S. 253–257.

Sebastián Fernández, Cristina Wasowski, Alejandro Paladini, Mariel Marder: Sedative and sleep-enhancing properties of linarin, a flavonoid-isolated from Valeriana officinalis. In: Pharmacology Biochemistry and Behavior, 77, Nr. 2, 2004, S. 399–404, doi:10.1016/j.pbb.2003.12.003.

Siegfried Bäumler: Heilpflanzen-Praxis heute. Portraits, Rezepturen, Anwendung. Elsevier Urban & Fischer, München, 2007, ISBN 978-3-437-57270-8, S. 67–68.

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