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Kaktusfeigenkernöl

Anwendung, Wirkung, Studie | Wo kaufen?

Das Kaktusfeigenkernöl wird aus den Kernen der Früchte des Feigenkaktus gewonnen, dessen botanischer Name Opuntia ficus-indicalautet. Opuntia deutet dabei auf die Pflanzengattung hin, welche hauptsächlich auf den amerikanischen Kontinenten, Nordafrika und in der Karibik beheimatet ist. Durch den Menschen wurde sie aber auch in andere Gebiete der Welt, wie beispielsweise Australien, getragen, wo sie verwilderte und so zum Teil der dortigen Vegetation wurde. 

Diese Gattung umfasst ca. 190 Arten, wovon fast die Hälfte vorrangig in Mexiko wächst. Die Gattung Opuntia gehört der Familie der Kakteengewächse an, welche mit Cactaceae bezeichnet wird.

Der Anhang ficus-indica beschreibt die eine aus 190 Arten, die Feigenkaktus genannt wird und aus deren Fruchtkernen das Kaktusfeigenkernöl gewonnen wird. Neben den Kernen werden aber auch die Früchte selbst verwendet. Sie sowie auch die jungen Blätter des Kaktus sind essbar und häufig in der mexikanischen Küche vertreten. Sie werden da meist in Eintöpfen oder Salaten verwendet.

Die Pflanze wächst anfangs strauchig, wird aber mit zunehmender Größe eher baumartig. Sie wird abhängig von den klimatischen Bedingungen, in denen sie wächst, einen bis sechs Meter hoch. Der Stamm wird bis zu 35 Zentimeter groß. Ebenso abhängig vom Standort ist die Ausprägung der Triebabschnitte, welche 20 bis 60 Zentimeter lang sowie zehn bis 25 Zentimeter breit werden können. Dornen findet man am Opuntia ficus-indica nur in sehr kleiner Form oder gar nicht, dafür aber kurzzeitig – an den im Wachstum befindlichen Trieben – einzelne Glochiden.

Die gelb bis rötlich gefärbten Blüten, die am Sprossende stehen, erreichen eine Größe von fünf bis zehn Zentimetern im Durchmesser. Die Früchte, also die Kaktusfeigen, sind eiförmig bis länglich und können von grün über orange bis rot gefärbt sein. Sie sind oftmals mit Glochiden und manchmal sogar mit Dornen bestückt.

Der Begründer der binären Nomenklatur Carl von Linné, ein Naturforscher aus Schweden, der von 1707 bis 1778 lebte, nahm 1753 die Erstbeschreibung der Pflanze als Cactus ficus-indica vor. 15 Jahre später stellte Philip Miller, ein englischer Botaniker und Gärtner, der von 1691 bis 1771 lebte, diese Kaktusart in die Gattung der Opuntia. So ergab sich schließlich der heute verwendete botanische Name Opuntia ficus-indica.

Wirkung & Anwendung

Kaktusfeigenkernöl wird als Anti-Aging-Mittel verwendet und kann die Haut vor freien Radikalen schützen. Freie Radikale sind einer der Hauptgründe für vorzeitige Hautalterung. Sie werden zum Beispiel durch Stress oder zu starke Sonneneinstrahlung vom Körper selbst gebildet, geraten aber auch vielmals durch eine belastete Umwelt an und in den Organismus. Sie tragen zur Hautalterung bei, indem sie die Reparaturmechanismen der Hautzellen deaktivieren.

Durch den Einfluss auf die freien Radikalen wirkt Kaktusfeigenkernöl damit schützend und beschleunigend auf die natürliche Zellerneuerung. Zudem beugt es kleineren Fältchen vor und kann diese mindern. Kaktusfeigenkernöl hilft auch gegen Augenringe und –schatten. Es ist also ein Allround-Mittel im Bereich des Anti-Aging.

Neben diesen Wirkungen, die für eine Langzeitanwendung des Kaktusfeigenkernöls sprechen, besitzt es aber auch kosmetische Eigenschaften, die sich bei kurzer Anwendung entfalten. So verhilft es schon nach wenigen Anwendungen zu einem gesünderen und natürlicheren Hautbild. Es wirkt unterstützend bei der Behandlung von Hautirritationen und ist feuchtigkeitsspendend.

Für die Haar- und Nagelpflege ist es durch seine revitalisierende Wirkung genauso geeignet wie für die Anwendung auf der Haut. Spröde Nägel werden durch die Behandlung mit Kaktusfeigenkernöl sichtlich glatter und fester, das Gleiche gilt für mit Kaktusfeigenkernöl behandeltes Haar. Weiterhin kann Kaktusfeigenkernöl auch perfekt als pflegendes Massageöl verwendet werden.

Die Hauptanwendungsgebiete des Kaktusfeigenkernöls sind das Gesicht, der Hals und die Hände. Bei der Verwendung als Massageöl oder bei spezieller Verwendung, die dazu dient einen Heilungsprozess zu unterstützen, kann es auch auf weiteren Stellen des Körpers angewendet werden. Öle mit einem hohen Anteil an Linolsäure, wie beispielsweise das Kaktusfeigenkernöl oder aber auch das Nachtkerzenöl, werden so zur Unterstützung der Behandlung von Neurodermitis-Erkrankungen angewendet, sowohl innerlich wie auch äußerlich.

 

Studien 

Die Universität von Palermo führte im Dezember 2003 eine Studie, in der die antioxidative Wirkung der Kaktusfeige untersucht wurde. Die Wissenschaftler kamen zum Ergebnis, dass Kaktusfeigen eine stark antioxidative Wirkung haben. Sie erhalten das Redoxgleichgewicht des Körpers (das chemische Gleichgewicht), verhindern Zellschäden durch oxidativen Stress und verbessern die antioxidativen Status auch bei gesunden Menschen. Somit beugt Kaktusfeigenkernöl durch seine wertvollen Inhaltsstoffe Betanin und Indicaxanthin (die in Kombination mit den ebenfalls in Kaktusfeigen enthaltenen Vitamine E und C) dem Zellverfall und der Hautalterung vor.

Eine weitere Studie, durchgeführt im Jahr 2013 von den tunesischen Instituten Laboratory Applications of Chemical Resources und Preparatory Institute for Engineering Studies (IPEIT) ergab, dass die enthaltenen Flavonoide (Quercetin, Kaempferol und Isorhamnetin) ebenfalls über eine antioxidative Wirkung verfügen, eine noch stärkere als die der (ebenfalls enthaltenen) Vitamine. Kaktusfeigenkernöl ist somit in jeder Hinsicht antioxidativ und beugt der Hautalterung signifikant vor. Ein weiteres Naturheilmittel gegen Hautkrankheiten ist der Manuka Honig.

Inhaltsstoffe

Kaktusfeigenkernöl ist ein reicher Verbund von essentiellen Fettsäuren. Mehr als 85 Prozent davon sind ungesättigt und damit sehr wertvoll für den menschlichen Körper. Die vorrangig vorkommende ungesättigte Fettsäure ist dabei die Linolsäure. Diese wird sowohl in der Medizin als auch in der Kosmetik für Hautpflegeprodukte verwendet. Sie wirkt bei der Anwendung auf der Haut entzündungshemmend, vorbeugend gegenüber Irritationen sowie auch schmerzlindernd.

Die Linolsäure regt den Körper zur Produktion von Prostaglandinen an. Dies sind Gewebshormone, welche positiv auf die Bereiche Blutgerinnung, Entzündungen und Schmerzempfinden wirken können. Dies geschieht allerdings nur, wenn man das Kaktusfeigenkernöl auch als Nahrungsergänzungsstoff verwendet.

Sowohl bei der innerlichen wie auch bei der äußerlichen Anwendung wirkt die Linolsäure positiv auf die Neubildung verschiedener Hautschichten. Zum Beispiel wirkt die Linolsäure und so das gesamte Kaktusfeigenkernöl hydrophob und schützt die Haut vor Austrocknung und Schuppung.

Feigenkaktus kaufen

Qualitätsunterschiede des Produkts

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kaktusfeigenkernöl zu kaufen. Einerseits als Bestandteil von kosmetischen Erzeugnissen, wie zum Beispiel Anti-Aging-Cremes oder anderen Hautpflegeprodukten. Andererseits als reines Öl, welches pur auf die Haut auftragen oder als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden kann. Wir empfehlen, das reine Produkt zu kaufen, da kosmetische Erzeugnisse meist nicht mehr als einen einzigen Tropfen des teuren Öls beinhalten.

Beim Kauf von reinem Kaktusfeigenkernöl ist vorrangig auf dessen Qualität zu achten. Günstigere Varianten des Kaktusfeigenkernöls sind oft mit anderen Ölen vermischt oder nicht kalt gepresst, sondern chemisch extrahiert. Beides führt zwar zu einer günstigeren Herstellung und so für einen günstigeren Einkauf seitens der Verbraucher, allerdings entfaltet nur reines kaltgepresstes Kaktusfeigenkernöl die erwünschten Wirkungen und enthält keine gesundheitsschädlichen Chemikalien.

Daher sollte man, wenn man Wert auf verträgliches und rein natürliches sowie zu 100 Prozent wirksames Kaktusfeigenkernöl legt, nicht vorrangig auf den Preis achten.

Herstellung

Nach dem Ernten der Früchte wird das Fruchtfleisch der Kaktusfeigen als erstes von den Kernen getrennt. Anschließend werden die Kerne gewaschen und mit Hilfe der Sonne an der Luft getrocknet. Gelagert werden die getrockneten Kerne dann bis zum Zeitpunkt der Pressung in kühlen und trockenen Räumen. Dies sorgt dafür, dass die getrockneten Kerne ihre hohe Qualität behalten und nicht vorzeitig verderben können. Der letzte Schritt ist die Pressung an sich, die bei hochwertigem Öl stets kalt stattfindet. Für die Gewinnung eines Liters Kaktusfeigenkernöl werden dabei ungefähr 450 kg Früchte benötigt, was den hohen Wert dieses Öls als Produkt allgemein erklärt (neben den wertvollen Inhaltsstoffen).

Nicht zu verwechseln ist das Kaktusfeigenkernöl hingegen mit dem (deutlich minderwertigeren) Kaktusfeigenblütenöl, welches – wie der Name schon verraten sollte – aus den Blüten der Opuntia ficus-indica gewonnen wird. Diese werden allerdings nicht gepresst, sondern in ein einfaches Öl eingelegt, welches bestimmte Stoffe aus den Blüten auslöst. Dieses Gemisch aus einfachem Öl und den Inhaltsstoffen der Blüten wird dann als Kaktusfeigenblütenöl verkauft.

Billiges Kaktusfeigenkernöl wird meist nicht durch kaltes Pressen, sondern durch chemische Extraktion gewonnen. Bei dieser Variante werden pulverisierte Kaktusfeigenkerne mit Hexan versetzt, einem chemischen Lösungsmittel. Das so gewonnene Öl enthält meist Rückstände des Hexans, was mittels Erhitzung ausgelöst wird. Bei dieser Wärmebehandlung gehen allerdings viele Wirkstoffe des Kaktusfeigenkernöls verloren. Zudem können auch nach der eigentlichen Auslösung Rückstände des Hexans vorhanden sein, welche für den Menschen gesundheitsschädlich sind.

 

Fazit

Durch seine Natürlichkeit und seine positiven Wirkungen auf den menschlichen Körper ist Kaktusfeigenkernöl die richtige Lösung für Menschen, die nicht nur auf ihre Schönheit, sondern auch auf die Nachhaltigkeit ihrer Schönheitsprodukte achten. Neben der kurzfristigen schönheitsfördernden Wirkung verfügt Kaktusfeigenkernöl auch über Wirkstoffe, die langfristig wirken. Daher ist es sowohl für die Einzel- als auch für die Daueranwendung empfehlenswert. Fazit: Kaktusfeigenkernöl ist zurecht das wertvollste (und leider auch das teuerste) Öl der Welt.

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Natur-Institut Autor

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Unser Autor R. S. ist Diplom Medienwirt (M.A.) und hat an der Universität Siegen studiert. Durch Zusatzqualifikationen zum Maschinenbautechniker und technischen Redakteur konnte er sich ein umfassendes Wissen rund um Maschinen, Anlagen und Sensoren aneignen. Sein Hauptberuf ist das Verfassen von Betriebsanleitungen, Arbeitsbeschreibungen, Produktdatenblätter und Informationsbroschüren. Die dort notwendigen Qualifikationen der genauen Recherche und der verständlichen Formulierung setzt er auch gewinnbringend bei seiner Autorentätigkeit ein. 
Die freiberufliche Autorentätigkeit übt er seit 2013 aus. Die genaue Recherche von Informationen, das Aufbereiten von Sachverhalten und die Formulierung zu gut lesbaren Texten ist ihm eine Leidenschaft. Zum Thema „Manuka Honig“ ist Herr S. über seine Freiberuflichkeit gestoßen und konnte bereits hunderte gut recherchierter und exzellent formulierter Texte zu diesem Thema abliefern. Glasklare, unmissverständliche Informationen, gewürzt mit interessanten Hintergrund-Informationen, pfiffigen Tipps und einer kleinen Prise Wortwitz sind das Rezept, welche die Texte von Herrn S. so erfolgreich machen. Wir arbeiten seit zwei Jahren mit Herrn S. zusammen und freuen uns nach wie vor jedes Mal auf´s Neue auf seine Beiträge. 

Quellenangabe

Hartmut Fähndrich, Nachwort, in: Sahar Khalifa, Der Feigenkaktus, Unionsverlag, Zürich 1983, ISBN 3293 0004 36, S. 228–235

Philip Miller: The Gardeners Dictionary. Containing the Methods of Cultivating and Improving All Sorts of Trees, Plants, and Flowers, for the Kitchen, Fruit, and Pleasure Gardens; as Also Those which are Used in Medicine. … Abridged from the Last Folio Edition … 3 Bände, 1754. (online)

Philip Miller: The gardeners dictionary: containing the best and newest methods of cultivating and improving the kitchen, fruit, flower garden, and nursery, as also for performing the practical parts of agriculture, including the management of vineyards, with the methods of making and preserving wine, according to the present practice of the most skilful vignerons in the several wine countries in Europe, together with directions for propagating and improving, from real practice and experience, all sorts of timber trees. 8. Auflage. London 1768. (online)

Georg Engelmann: Synopsis of the Cactaceae of the Territory of the United States and Adjacent Regions. In: Proceedings of the American Academy of Arts and Sciences. Band 3, 1856, S. 269–314.

Reunion of the genus Opuntia Mill. In: National Cactus and Succulent Journal. Band 13, 1958, S. 3–6.

R. Kiesling: Estudios en Cactaceae de Argentina: Maihueniopsis. Tephrocactus y generos afines (Opuntioideae). In: Darwiniana. Band 25, 1984, S. 171–215.

D. Hunt, N. Taylor (Hrsg.): Studies in the Opuntioideae (Cactaceae). Succulent Plant Research. Band 6, Rainbow Gardens Bookshop, 2002, ISBN 0-9538134-1-X.

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