Seite wählen

Chiaöl

Einnahme, Inhaltsstoffe, Studien

Chia Öl ist wie der Chia Samen selbst reich an wertvollen Vitalstoffen: Neben Vitaminen und Mineralstoffen bietet Chia Öl mit den höchsten Omega-3-Fettsäure-Gehalt, den man aus pflanzlichen Rohstoffen gewinnen kann. Damit qualifiziert sich Chia Öl zu einer wertvollen Nahrungsergänzung: Regelmäßig eingenommen, stärkt es das Immunsystem, beeinflusst den gesamten Stoffwechsel und den Blutdruck positiv, schützt die Zellen, sorgt für gute Nerven, gute Laune und geistige Spannkraft.

Inhaltsstoffe

Chia Öl enthält folgende wertvolle Inhaltsstoffe:

  • 60 % Alpha-Linolensäure
  • bis zu 26% Linolsäure
  • wenige gesättigte Fettsäuren wie Palmitinsäure
  • Etwa 20% Proteine – bestehend aus allen acht essentiellen Aminosäuren
  • Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Polysaccharide

 

Die Omega-3-Fettsäuren Alpha-Linolensäure und Linolsäure

Noch ist das Chia Öl in Deutschland relativ unbekannt – dabei liefert es beispielsweise Veganern und Vegetarier die so wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Der Anteil an Omega-3-Fettsäuren entspricht mit etwa 60% dem von Leinsamenöl: Weil diese Substanzen entzündungshemmend und blutverdünnend wirken, beeinflussen sie das Herz-Kreislauf-System positiv, senken den Cholesterinspiegel und wirken entzündungshemmend und blutverdünnend. Sogar das Arteriosklerose- und das Herzinfarkt-Risiko lassen sich mit ihrer Hilfe in Schach halten.

 

Polysaccharide

Polysaccharide, auch Mehrfachzucker genannt, sind nicht nur im Chia Samen, sondern auch im Öl enthalten. Sie haben die Eigenschaft, den Kohlehydratabbau im Darm zu hemmen und zu verlangsamen. Damit sorgt sie für eine zeitversetzte Energieversorgung. Zusätzlich wird die Darmaktivität angeregt. Beide Eigenschaften helfen beispielweise bei einer Diät, einen schlagartigen Energie-Abfall mit folgender Heißhunger-Attacke zu verhindern.

 

Antioxidantien

Freie Radikale sind ganz natürliche „Abfallprodukte“ aller Stoffwechselvorgänge, gelangen aber auch über die Atemluft oder die Nahrung in den Organismus. Sie greifen die DNA und die RNA der Zellen an, was unter Umständen zu einer fehlerhaften Replikation führt, sie schädigen aber auch beispielsweise wichtige Proteine. Eine gewisse Anzahl an Freien Radikalen ist vollkommen normal – nehmen sie jedoch überhand, werden die Körperzellen nachhaltig geschädigt, Alterungsprozesse werden in Gang gesetzt.

So genannte Antioxidantien sind in der Lage, die Freien Radikalen chemisch zu besetzen oder zu zerlegen und ihre schädliche Wirkung damit aufzuhalten. Im Körper tragen sie zu Heilungsprozessen, zum Zellschutz und zur Zellneubildung bei und verhindern Alterungsvorgänge. Als Bestandteile beispielsweise in Chia Samen machen sie diese nahezu unbegrenzt haltbar.

 

Mineralien und Spurenelemente

Chia Samen und entsprechend auch Chia Öl enthalten wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, wie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium, Zink oder Kuper.

Kalzium ist wichtig für den Knochenaufbau, Magnesium unterstützt die Muskelfunktion und die Blutgerinnung.

Kupfer, zusammen mit Mangan und Eisen ist unabdingbar für die Blutbildung und damit indirekt auch für die Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus über die Blutbahn.

Kupfer, Kalzium und Magnesium gemeinsam sind an wichtigen Nerven- und Gehirnstoffwechselprozessen beteiligt und damit wichtig für geistige Leistungsfähigkeit und starke Nerven. Auch das Elektrolyt Kalium ist wichtig für die Nerven- und Muskelfunktion und reguliert den Flüssigkeitshaushalt der Zellen.

 

Vitamin A

Vitamin A oder Retinol ist bekannt für seine positive Wirkung auf die Augen, die Haut und die Schleimhäute. Auch an der Bildung roter Blutkörperchen und die Eisen-Absorption ist es beteiligt sowie an allen Zell-Erneuerungsprozessen. Für Fruchtbarkeit und Immunsystem ist Vitamin A unabdingbar, ebenso für ein stabiles Immunsystem.

 

Vitamin B1

Vitamin B1, auch als Thiamin bezeichnet, ist bekannt dafür, zu Ruhe und Gelassenheit zu verhelfen, denn es wirkt auf die Nerven ein. Auch verletzte oder gereizte Nerven, die Schmerzsignale ans Gehirn senden, lassen sich mit Vitamin B1 „beruhigen“. Ein gut gefülltes Vitamin B1-Reservoir ist lebenswichtig – doch kann der Organismus es nicht selbst herstellen, die Zufuhr über die Nahrung oder Nahrungsergänzung ist daher unerlässlich.

 

Vitamin B2

Vitamin B2 oder Riboflavin spielt eine wichtige Rolle im Enzym- und Koenzym-Haushalt: Auf diesem Wege ist es an der Umwandlung von Nährstoffen in verwertbare Energie beteiligt. Seine positive Wirkung bei der Neigung zu Migräneattacken wird von Neurologen gezielt genutzt.

 

Vitamin B3

Vitamin B3 ist auch als Niacin oder Nicotinsäure bekannt. Normalerweise versorgt der Verzehr von Fleisch oder Innereien den Organismus mit dieser Substanz. Chia Öl ist jedoch ebenfalls eine wichtige, vegetarische Quelle. Ohne Vitamin B3 ist der Körper nicht in der Lage, ausreichend Fettsäuren zu bilden.

Vitamin B3 ist an der Verstoffwechselung von Nährstoffen beteiligt, ebenso wie an der Zellregeneration und als Antioxidans, sowie an der Produktion von Neurotransmittern.

Studien

Beinahe alle Studienergebnisse zu Chia Samen lassen sich ohne weiteres auch auf die Einnahme von Chia Öl übertragen – lediglich die Wirkstoffkonzentration ist etwas höher.

Während die Wirksamkeit etwa von Fischöl-Kapseln in wissenschaftlichen Publikationen immer wieder bestritten wird, scheint dennoch die längerfristige optimale Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren einige wichtige Effekte zu haben.

Omega-3-Fettsäuren senken Herz-Kreislauf- und Demenz-Risiken

Im Oktober 2013 etwa bewies eine US-Forschergruppe, dass die Zufuhr von ausreichend Omega-3-Fettsäuren das Risiko einer Altersdemenz oder die Entstehung von Alzheimer signifikant senken kann. Die Studie bezog sich zwar auf Fischöl – Chia Samen und Chia Öl sind jedoch die wichtigsten pflanzlichen Spender der enthaltenen ungesättigten Fettsäuren.

Erwähnenswert ist auch eine Studie aus dem Jahr 2005, die sich auf Chia Samen konzentriert und auf deren hohen Gehalt an Alpha-Linolensäure, kurz ALA. Dabei wurde dokumentiert, dass bei regelmäßiger Einnahme tatsächlich der Cortisolspiegel und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesenkt und sogar das Krebsrisiko vermindert werden kann.

Einnahme und Verwendung

Da Chia Öl geschmacksneutral ist, lässt es sich gut pur einnehmen – schon ein Esslöffel pro Tag stellt die Versorgung mit wichtigen Vitalstoffen sicher und entfaltet langfristig seine positive Wirkung.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung in der Küche, wo es Raps- oder Olivenöl ersetzen kann. Es lässt sich nicht nur in Frischsäften (beispielsweise Karottensaft), Smoothies oder Müsli mischen, sondern eignet sich auch für Salat-Dressings.

Während bei anderen Ölen oft Vorsicht geboten ist, lässt sich Chia Öl problemlos auch zum Braten oder Backen einsetzen. Allerdings gehen beim Erhitzen einige wertvolle Vitalstoffe verloren.

Trotz der enthaltenen Antioxidantien zersetzt sich die im Öl enthaltene Linolensäure nach einer gewissen Zeit, was zu einem ranzigen, bitteren Geschmack führt. Spätestens jetzt sollten angebrochene Flaschen entsorgt werden.

Herstellung und Geschmack

Knapp 40% Öl ist in den Chia Samen, den Samen der vor allem in Mexiko vorkommenden Salbeipflanze „Salvia hispanica“, enthalten. Die Samen des Salbeis wurden schon in vorspanischer Zeit als eine Art „Superfood“genutzt, beispielsweise als energiereiches Grundnahrungsmittel für Reisende.

Für die Gewinnung des Öls in Bio-Qualität wird ein rein physikalischer Extraktionsprozess durchgeführt: Dabei kommt lediglich verdichtetes CO2 unter hohem Druck zum Einsatz und löst die wertvollen Inhaltsstoffe aus den Chia Samen. Bei Absenkung des Drucks werden die Extrakte wieder abgegeben – in diesem Falle als Öl freigesetzt. Da weder Hitze noch Chemikalien zum Einsatz kommen, entfällt auch jegliche Art von Belastung für das Endprodukt.

Das Chia Öl ist fast geschmacksneutral, klar und farblos. Lediglich eine leicht „nussige“ Duftnote macht sich für empfindliche Nasen bemerkbar.

Fazit

Chia Öl wirkt sich auf sämtliche Stoffwechselfunktionen positiv aus, eignet sich hervorragend für alle Bereiche der Küche sowie für alle gesundheitsbewussten oder magenempfindlichen Personen. Auch wer sich konsequent vegan oder vegetarisch ernährt, erschließt sich mit Chia Öl eine entscheidende Nährstoffquelle. Eine Diät lässt sich mit Chia Öl wirksam unterstützen: Die Versorgung mit essentiellen Aminosäuren ist gewährleistet und das Öl gewährleistet eine effiziente Verdauung.

Wer schreibt hier

Herbert Havera

Herbert Havera ist Autor und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit der Thematik Ernährung/ Gesundheit. In seiner Recherche sind mehrere Stunden an Arbeit geflossen bzw. stehen wir generell im engen Kontakt mit Forschungseinrichtungen, Mediziner und Anwendern. Dank der wertvollen Informationen aus unserem Netzwerk, sind wir in der Lage stets fundierte Informationen rund um Heilmittel bieten, die uns die Natur freiwillig anbietet. Der enorme Vorteil von Naturheilmitteln ist, dass sie meistens frei von Nebenwirkungen sind. Dennoch dürfen sie nicht hemmungslos konsumiert werden. Wir klären Sie darüber auf, welche Tagesdosis unbedenklich, ideal und nicht mehr gesund ist. Denn wie Paracelsus schon sagte: „Nichts ist Gift, alles ist Gift – alleine die Dosis macht das Gift“.  Wir bieten Ihnen Informationen stets nach einer fundierten Recherche. Wir forschen intensiv nach den neuesten Studien, in denen sich die Naturheilmittel unter strengen Tests bewähren mussten. Und wo sich ein angepriesenes Mittel nachweislich als Mummenschanz und Quacksalberei entpuppt hat, lassen wir Sie das ebenfalls wissen. 

Quellenangabe

 A. J. O. Anderson und C. E. Dibble: An Ethnobiography of the Nahuatl. In: The Florentine Codex. 2. Rev. Blg. Edition, University of Utah Press, 2012, Buch 10; ISBN 978-1-60781-165-7 und 11; ISBN 978-1-60781-166-4.

Rocco Bochicchio, Tim D. Philips u. a.: Innovative Crop Productions for Healthy Food: The Case of Chia (Salvia hispanica L.). In: Antonella Vastola: The Sustainability of Agro-Food and Natural Resource Systems in the Mediterranean Basin. Springer, 2015, ISBN 978-3-319-16356-7, S. 29–45, doi:10.1007/978-3-319-16357-4_3

S. L. Kochhar: Economic Botany. Fifth Edition, Cambridge University Press, 2016, ISBN 978-1-107-11294-0, S. 137.

Vanesa Y. Ixtaina, Susana M. Nolasco, Mabel C. Tomás: Moisture-Dependent Physical Properties of Chia (Salvia hispanica L.) Seeds. In: Industrial Crops and Products. 28(3), 2008, S. 286-293, doi:10.1016/j.indcrop.2008.03.009.

Taga MS et al., Chia seeds as a source of natural lipid antioxidants, Mai 1984, Journal of the American Oil Chemists Society

Bushway AA et al., Chia Seed as a Source of Oil, Polysaccharide, and Protein, September 1981/online: August 2006, Journal of Food Science, 

Chicco AG et al., Dietary chia seed (Salvia hispanica L.) rich in linolenic acid improves adiposity and normalises hypertriacylglycerolaemia and insulin resistance in dyslipaemic rats, British Journal of Nutrition, May 2008

Ayerza Jr R, Coates W, Effect of Dietary ?-Linolenic Fatty Acid Derived from Chia when Fed as Ground Seed, Whole Seed and Oil on Lipid Content and Fatty Acid Composition of Rat Plasma, Ann Nutr Metab, April 2007

Guevara-Cruz M et al., A dietary pattern including nopal, chia seed, soy protein, and oat reduces serum triglycerides and glucose intolerance in patients with metabolic syndrome, The Journal of Nutrition, Januar 2012

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen